Ein soziales Bauförderprogramm

Ein soziales Bauförderprogramm

Einleitung

Das aktuelle Bauförderprogramm wurde gerade im Oktober aufgelegt. Es zielt darauf ab, den Bau von klimafreundlichen und bezahlbaren Wohnungen zu fördern. Ein zentrales Element ist das Programm "Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment" (KNN). Dieses Programm kombiniert soziale Wohnraumförderung mit hohen energetischen Standards und setzt auf Baukostenbegrenzungen sowie die Reduzierung von CO₂-Emissionen. Aber auch dieser Versuch, das Bauen wieder bezahlbar zu machen, funktioniert augenscheinlich nicht. Der Widerspruch ist offensichtlich: hohe Standards zu minimalen Kosten?! Und warum die Kostenabgrenzung? Hier zeichnet sich erneut ab, dass auch diese Förderung von Beamten verfasst wurde, der nichts vom Bauen in der Praxis versteht und auch die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger nicht begreift.

Beispiele

Im Fokus der aktuellen KfW Förderprogramme stehen die Schaffung von flächeneffizienten, preisgünstigen und klimafreundlichen Wohnungen, insbesondere für den unteren und mittleren Preissektor. Die Förderung wird über zinsverbilligte KfW-Kredite angeboten, die mit einem Zinssatz von etwa 1-2 % deutlich unter den Marktkonditionen liegen. Der maximale Kreditbetrag liegt bei 100.000 Euro pro Wohneinheit, und es gelten technische Mindestanforderungen wie der Effizienzhaus-Standard 55 oder höher. Dieses Programm ist bis Ende 2025 befristet und hat das Ziel, die Bauwirtschaft zu stabilisieren und gleichzeitig die Klimaziele der Bundesregierung zu unterstützen.​ Das neue Bauförderprogramm könnte also tatsächlich einen wichtigen Impuls für die Bauwirtschaft setzen, vor allem durch die Kombination von zinsverbilligten Krediten und Vorgaben zur Baukostenbegrenzung. Das Ziel, klimafreundliche und preisgünstige Wohnungen zu schaffen, kann die Nachfrage nach neuen Wohnbauprojekten im unteren und mittleren Preissegment steigern, was die Bauwirtschaft unterstützt. Aber: 100.000 Euro pro Wohneinheit? Ist das nicht zu wenig, denn ist eine 50qm Wohnung familiengerecht für z. B. vier Personen?
Eine Lösungsansatz wäre z.B.: Der Standard KfW 40+ im Neubau ist für die energiepolitischen Ziele relevant. Man könnte eine Zinsvergünstigung von 1,5 % gewähren, wenn dieser Standard erreicht wird. Das kostet den Staat sehr wenig, da Banken und KfW dieses System kennen und die Energieberater eingespielt sind. Eine einfache Vorgabe könnte lauten: begrenzt auf 2.500 € pro Quadratmeter und 100 m². Das setzt Anreize, klein und kompakt zu bauen (aber nicht zu klein!) und ist verlässlich und einfach! Eine kurze Präambel, dem Förderprogramm vorangestellt, könnte dies verbindlich regeln.   Im Bestand könnte der nächste Schritt sein, den Standard KfW 55 zu erreichen, mit einer Zinsvergünstigung von 1 %, begrenzt auf 2.000 € pro Quadratmeter und 100 m². Gleiche Regeln für Maßnahmen im Bestand und Neubau fördern, ohne dass es den Staat etwas kostet, und der Planungszeitraum ist gesichert. Nur so kann es funktionieren: klare, einfache Regeln, langfristig mit konkreten Zielen.

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